Die Möglichkeit, Fernsehen über das Internet zu empfangen (IPTV), bietet gegenüber herkömmlichem TV-Empfang eine ganze Reihe von Vorteilen: Zeitversetztes Fernsehen, Aufnahmen mit einem einzigen Knopfdruck und die Auswahl zwischen mehreren Tonspuren sind nur einige davon. Die einfachste Möglichkeit, solche Vorteile zu nutzen, ist der Anschluss einer Set-Top-Box an den Fernseher, die das TV-Programm über ein Netzwerkkabel oder über WLAN empfängt und — je nach Modell — auch als digitaler Videorekorder verwendet werden kann.
Inzwischen bieten aber auch einige Blu-ray-Player die Möglichkeit, Videoinhalte aus dem Internet auf dem Fernseher darzustellen. In der Regel handelt es sich hier um Videos aus Online-Videotheken oder von Seiten wie YouTube, zum Teil können aber auch reguläre Fernsehsender empfangen werden, und durch den Anschluss einer externen Festplatte lässt sich der Player um Videorekorder-Funktionen erweitern.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Fernsehprogramm vom PC auf den Fernseher zu bringen: Für den komfortablen Zugriff auf PC-Inhalte gibt es spezielle Software wie Windows Media Center oder XBMC. Um den PC als Multimedia-Gerät zu nutzen, schließt man entweder den Fernseher an die Grafikkarte an, oder man kombiniert verschiedene Geräte, beispielsweise indem man das Fernsehprogramm per WLAN-Stream auf den Blu-ray-Player überträgt. Die Unterschiede gegenüber dem normalen Kabelfernsehen sind also vielseitig.
Der erste IPTV-Anbieter in Deutschland war Alice TV. Wer über einen DSL-Anschluss bei O2 Telefónica verfügt, kann hier Internet-basiertes Fernsehen für zusätzliche Kosten von 7,90 € oder 11,90 € pro Monat buchen. Mit dem IPTV-Receiver, dessen Miete in diesem Preis enthalten ist, lassen sich rund 65 Fernsehsender empfangen, und für zusätzliche Kosten können weitere Sender gebucht werden. Außerdem erhält man als Kunde Zugriff auf eine Online-Videothek, bei der jeder Film einzeln ausgewählt und bezahlt wird — hier befinden sich auch einige kostenlose Titel im Angebot. Es stehen zwei verschiedene Tarife zur Auswahl, wobei das günstigere „Alice TV Basic“ lediglich den Empfang von Fernsehsendern ermöglicht: Möchte man Sendungen aufnehmen, muss zu der etwas teureren Variante „Alice TV Premium“ gegriffen werden.
Die Telekom bietet unter dem Namen Entertain eine Reihe von Diensten an, bei denen digitales Fernsehen mit dem Telefon- und DSL-Anschluss gebündelt ist. Der hierfür benötigte Media Receiver kann für 3-5 € pro Monat gemietet werden, und je nachdem, für welchen Tarif man sich entscheidet, bezahlt man monatlich zwischen 27,95 € und 44,95 €, wobei die günstigste Variante keinen Internetanschluss für den PC beinhaltet. Grundsätzlich können bei allen Varianten rund 70 verschiedene Fernsehsender empfangen werden — zusätzlich lassen sich Pakete mit weiteren Sendern abonnieren, beispielsweise stehen hier die Bereiche Spielfilm, Sport und Kinder zur Auswahl. Einige dieser Sender können sowohl in Standard- als auch in HD-Auflösung empfangen werden, und auch bei der Telekom erhält man Zugriff auf eine Online-Videothek. Die Kosten werden, wie üblich, pro Film abgerechnet, den einen oder anderen Film kann man sich aber auch hier umsonst anschauen.
Seit 2011 hat auch Vodafone ein eigenes IPTV-Angebot: Für 34,95 € pro Monat bekommt man einen DSL-Anschluss und die Möglichkeit, über das Internet fernzusehen. Die dafür erforderliche Set-Top-Box kann wahlweise gekauft oder gemietet werden. Auch bei Vodafone TV lassen sich um die 65 Sender empfangen, einige davon in HD, und es können Pakete mit weiteren Sendern für Spielfilme, Serien oder Dokumentationen gebucht werden: Die Preise dieser Zusatzpakete liegen zwischen 4,95 € und 14,95 € pro Monat. Wie auch bei Telekom Entertain und Alice TV gibt es eine Online-Videothek mit der Möglichkeit, sich einige Filme kostenlos anzuschauen.